Barbaraschiessen im Hädler Altstätten im St Galler Rheintal                              alle Geräte sind Vorderlader

Von meinen Bruder wurde ich als Gast an das für mich exotische Schiessen nach Altstätten im St Galler Rheintal eingeladen. Also bin ich von der Schweizer Nordgrenze an die Ostgrenze gefahren um etwas schwarzpulverigen Schall und Rauch zu geniessen.

Mit dem Stichgeld zahlt man auch gleich das Mittagessen mit. Teilnehmer gibt es soviele wie in der Schützenstube zum Z'Mittag platz haben. Der gelöste Stich hat 4 Schüsse ohne Probe: 1 Perkussionsgewehr, 1 Perkussionspistole,  1 Kanone und ein Schuss mit dem Handrohr.

Wer hier neu ist und wer eine Auffrischung geniessen will, bekommt zuerst eine kompetent präsentierte Theorie über Gerätschaften, Pulver und Handhabung. Wer schiessen will muss zuerst giessen. Also geht es zuerst noch in die Werkstatt, zum Kaliber .50 Kugeln giessen für den Kanonenschuss. Und dann ab in den Stand an die Pistolen, Gewehre, Kanonen und das urchige Handrohr.

Auf diesem Stand wird mit allem geschossen, was einen Lauf mit einem Zündloch hat, meist auch noch Korn und Visier oder einen Diopter und einen Abzug mit oder ohne Stecher. Also Alles was knallt und schiesst wird hier geschossen. Damit man keine historische Originalsubstanz plagt, benutzt man zeitgemässe Nachbauten die aber originalgetreu aussehen und sich auch so verhalten.

 Solche Geräte wurden oder werden nach alten Plänen oder vorhandenen Originalen nachgebaut. Beim Schiessen gibt es zuweilen auch die Situation dass es klick macht ohne folgendes Bumm. Aber keine Panik, man zieht den Hammer nochmals auf, zielt erneut und drückt nochmals ab und dann "bummst" es meist doch noch.
Und auch hier liegt die Schuld für einen Fehltreffer beim Schützen, nicht beim Material.

Die Rangverkündigung geschieht nach dem gemeinsamen Mittagessen beim Dessert, gemäss der sortierten Beige der Standblätter, in Schwarzpulvermanier, ohne Lautsprecher und EDV.

Nach dem Dessert gab es dann noch ein Dessertschiessen. Drei extra gefertigte Kunstwerk-Scheiben mit bissigen Themen aus Wirtschaft und Politik dienen als Ziel. Wer am nächsten am Zielzentrum einlocht wird neuer Besitzer des Kunstwerks.

Es sei allen gedankt die zu diesem Anlass beigetragen haben.

Besonderes Lob gilt aber der Küchenfrauschaft die das Menu gekocht und natlos der Reihe nach servieren konnte. Und nachgeschöpft wurde auch noch. Für mich war das ein Geburtstagessen. Perfekte Büez, Danke!

 


Ich lege Wert darauf festzustellen: Ich habe Lunte gerochen, aber keine Barbara getroffen.

Der Dessert vom Dessert - - - - - ein absoluter Kunststich

Nach dem Dessert trat Willi Aregger, als Schöpfer seiner neuen Kollektion Ehrenscheiben, vor die Gesellschaft.

Zu jeder Scheibe präsentiert er mit einer Geschichte den dazu gehörenden Entstehungsgrund. Dann wurden die Schützen nochmals in den Stand gebeten und erneut wurde mit Schwarzpulver betriebenen Teilchenbeschleuniger, auf die Kunstwerke geschossen und nicht selten auch getroffen. Jedes Treffer-Loch, auf der Scheibe, wurde vom Schützen auf der Rüchseite Signiert.

 Das Motiv dieser Scheibe                  Kühe mit und ohne Hörner

Für die Werbung braucht es Kühe mit Hörner, für viele Bauern sind sie OHNE.

 

Folgend, der original Text von dieser Scheibe

 

Wer gab das Recht den Bauernlümmeln
edles Hornvieh zu verstümmeln?

Mein Tipp an jene die registrieren:

über den Milchpreis lässt es sich's korrigieren.

Schneller als man denkt

wär alles wieder eingelenkt.

 

 

 

Das Motiv dieser Scheibe                      Schwarzgeld finanzierte Kunst im Zollfreilager

                                                                   Eine Hommage an Alberto Giacometti.

                                                                                                                              

Es folgt der original Text vom Bild

 

Sagt niemand wem ihr gehört,

weder gestern, noch heute,

oder morgen! Sonst

muss man euch im Zollfreilager versorgen!

 

 

Das Motiv dieser Scheibe                  Hinter dem VW stinkt es mehr als es darf.

 

Folgend, der original Text von dieser Scheibe

 

Im grossen deutschen Maul

ist öfter etwas faul.

O weia, diesmal tut es weh!

Der böse Zahn ist VauWe

 

 

Die besten Barbaraschützen

v Links René Koller         hL Renato Schena

v Mitte Renato Steffen   hM Ralph Pagotta

v Rechts Werner Alder    hR Erika Breitenmoser

 

 Werner Alder PC Ramsen-Buch